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Angezogen von kräftigen, leuchtenden Farben und weich fließendem Glanz, lassen die Gewebe von Maja Vogl den Blick nicht mehr los. Sie laden vielmehr ein zum genauen Hinsehen und Entdecken. Nun erst offenbart sich dem Betrachter, dass die teilweise großen Flächen ein eigenständiges, grafisches Innenleben führen. Farbe und Zeichnung, Sinnlichkeit und Anregung zum Innehalten machen das Wesen dieser besonderen Textilkunst aus.
Bevor Maja Vogl ab Mitte der neunziger Jahre zu ihrer unverwechselbaren Handschrift findet, entstehen verhalten grautonige, noch stark an traditionellen Geweben ausgerichtete Baumwoll- und Leinenstoffe. Erst nach der Zäsur einer mehrjährigen Arbeitspause fühlt sie sich mutiger und freier, um mit völlig neuen Entwürfen zu experimentieren. Vor dem Hintergrund einer klaren Arbeitsphilosophie verbinden sich Wissen und Eindrücke unterschiedlichster Provenienz mit hoher handwerklicher Perfektion. Auch wenn Maja Vogl sich selbst als Handwerkerin versteht, fließen nun die während ihres Studiums der Malerei an der Akademie gewonnenen Erkenntnisse zu Farbe und Proportion mit ein. Übereinstimmungen mit dem Weben am Bauhaus, wo die künstlerische Arbeit mit textilen Materialien stets ein besonderes Anliegen war, sind wohl eher auf einer inspirativen als direkten Einflussebene anzunehmen. In der traditionellen japanischen Webkunst mit ihrer hohen Wertschätzung für die Arbeitsleistung und die einzelnen Werkstücke findet sie dagegen ganz bewusst Ansätze für ihr eigenes Schaffen.

Mit dem Neuanfang entstehen Gewebe, die geprägt sind von Reduktion und Kalkül einerseits und spielerischer Fantasie andererseits. Nach eigener Aussage hat Maja Vogl
»Mehr als Seide und Farben«
Monika Römisch
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