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Maja Vogl lebt und arbeitet in einem ehemaligen Schulhaus in Bernhardswald bei Regensburg. Sie versteht sich selbst als Handwerkerin, die im Weben das geeignete Medium gefunden hat „ihre“ Farben ausdrücken zu können. In diesem Selbstverständnis  zeichnet sich auch ihre biografische Entwicklung nach und spannt den weiten Bogen ihrer Ausbildung von der traditionellen Handweberin zur freien Malerin an der Akademie der Bildenden Künste in München. In den ersten Jahren entstehen vorwiegend Leinenstoffe, die noch stark an traditionellen Geweben orientiert und in gedämpfter, meist grautoniger Farbigkeit gehalten sind. Erst nach der Zäsur einer mehrjährigen Arbeitspause findet sie ab Mitte der neunziger Jahre zu ihrem jetzigen, unverwechselbar eigenen Stil. Maja Vogls Textilkunst ist wie die zeitgenössische, gegenstandslose Malerei geprägt durch die Reduktion. Konzentriert auf einfache, klare Formen, die drei traditionellen Grundarten der Bindungen und die Grundfarben hat sie materialgerechte Ausdrucksmittel entwickelt. Sie verarbeitet ausschließlich industriell gefertigte Garne in der Stärke von Nähseide, da diese Garne ganz gleichmäßig gesponnen sind und anders als Rohseide eine kalkulierbare Oberflächenstruktur ermöglichen. Nur so tritt das Charakteristische einer jeden Bindung deutlich hervor. Ihre Vorliebe gilt der Seide (Schappe- oder Haspelseide), da sie stärker als alle anderen Materialien die Farben, ihr wichtigstes Ausdrucksmittel zum Leuchten bringen kann. Eine weitgehend feststehende Skala ungebrochener Grundfarben verbindet Maja Vogl zu immer neuen Farbklängen. Da die einzelnen Farben eine leichte Tendenz zu beachbarten Tönen aufweisen, wird im Gelb eine Nuance Grün, in Orange eine Nuance Gelb, in Rot eine von Orange etc. spürbar. Mit diesem Kunstgriff nimmt sie ihnen den Sättigungsgrad und erzeugt eine fast unmerkliche Spannung innerhalb des Kolorits.
Über die Arbeiten Maja Vogls
Monika Römisch
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