Die Schals von Maja Vogl sind etwas ganz besonderes und so banal es auch klingen mag, selbst flüchtige Eindrücke davon haben kein Verfallsdatum. Was jedem spontan ins Auge fällt und für ihre Arbeiten einnimmt, ist zweifellos die meisterhafte Ausführung und hohe Materialqualität dieser Textilien. Als Charakterisierung ihres künstlerischen Ausdrucks greift diese Annäherung allerdings zu kurz, weil sie vor allem die unverwechselbare Aura außer Acht läßt, die von ihnen ausgeht und sie über den Moment hinaus so unerschöpflich wirken läßt.
Maja Vogl´s Arbeiten verraten nichts vom Leben am Webstuhl, im Gegenteil, geradezu unbeschwert und scheinbar gewichtslos geben sich die großzügig angelegten Farbbahnen, als wäre nichts daran oder dabei, sie zu schaffen. Alles hat Maß und Gleichgewicht. Zupackende Farben, subtilste Oberflächentexturen sowie ein lebendiges Licht- und Schattenspiel in den Falten sind mit größter Behutsamkeit »verwebt« und beanspruchen unsere Aufmerksamkeit. Die Frage, wie diese Gewebe letztlich gemacht sind, tritt zum Glück in den Hintergrund, viel spannender bleibt das rätselhafte Zustandebringen ihrer unerklärbaren Ausstrahlung. Obwohl die stoffliche Substanz mit Händen zu greifen ist, entzieht sie sich letztlich doch dieser Art der Aneignung, sie wird schlicht unfassbar und bleibt zu Recht ein verborgenes Geheimnis. Ob am Körper getragen oder als feinge-sponnene Materialbilder wirken die Gewebe auf ihre Art meditativ und voll innerer Vitalität.
Im Bereich Textil werden hier zweifelsohne Massstäbe gesetzt. Der hohe kunsthandwerkliche Anspruch, dieser Weberin läßt erwarten, dass ihr noch viele herrliche Stücke gelingen werden. Es ist mir eine große Freude, ihr den Ehrenpreis der Danner-Stiftung zu überreichen und ich verbinde damit die praktische Hoffnung, dass ihr der Faden nicht reißen möge und dass vor allem die Früchte ihres Tunsweiterhin die wohlverdiente Anerkennung finden werden.
Laudatio
Franz X. Höller
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